Es wird
ein gesunder Abschnitt des Darms nach außen geleitet
und dort mit der Bauchhaut vernäht um so einen
Ausgang für die künstliche Körperöffnung zu
schaffen.
Das
Stoma enthält weder schmerzempfindende Nerven noch
willkürlich steuerbare Muskeln. Das Stoma hat die
Aufgabe die durch die notwendige Operation
verlorengegangene Körperfunktion zu
ersetzen.
| Wann ist ein
Stoma nötig? |
Eine
Stomaanlage ist erforderlich wenn der Darm erkrankt ist und teilweise
oder dauerhaft stillgelegt bzw. entfernt werden muß. Die Anlage eines
Stomas, sei es vorübergehend oder auf Dauer, ist mit gewissen Abstrichen
gegenüber der gewohnten Lebensweise verbunden. Eine Stomaanlage wird
wesentlich dazubeitragen Ursachen und Folgen ihrer Erkrankung zu
beseitigen. Zugleich bieten die heutigen modernen Versorgungssysteme die
Möglichkeit einer zuverlässigen individuellen
Versorgung.
| Wie bereitet man
sich auf eine Stomaoperation vor? |
Die optimale
Vorbereitung auf eine bevorstehende Stomaoperation ist das gemeinsame
Gespräch zwischen Arzt, Stomatherapeut und Patient. In diesem Gespräch
können sämtliche Vor- und Nachteile einer anstehenden Stomaanlage
abgewogen werden. Der Stomatherapeut soll hier Partner und Vertrauter
für den Betroffenen sein und ihm möglichst das Gefühl vermitteln nicht
alleine mit seinen Problemem zu sein. Oft bestimmt die vorliegende
Erkrankung den Entschluß zur Stomaanlage.
Die Anlage eines
Stomas bedeutet immer einen tiefen und schweren
Einschnitt in die Seele und den Körper.
Es braucht viel Zeit
und Geduld und immer wieder neuen Mut, um nach der
Operation in die gewohnte Lebensweise
zurückzukehren.
Nur halten Sie sich
immer wieder vor Augen, daß diese Stomaanlage
wesentlich dazubeigetragen hat Ihre Erkrankung zu
lindern oder sogar zu beseitigen. Mit Hilfe der
modernen Versorgungssysteme und den fachlich
kompetenten Ansprechpartnern werden Sie bald wieder
in der Lage sein, ein für Sie individuell erfülltes
Leben zu führen.
| Welche
Stomaarten gibt es? |
Bei einer Stomaanlage wird
je nach Lage des Stomas zwischen Kolostoma (Dickdarmausgang) und
Ileostoma (Dünndarmausgang) unterschieden.
Ein Kolostoma, das heißt die Ausleitung des
Dickdarms, wird außer bei chronischen Entzündungen
des Dickdarms auch bei einer Vielzahl anderer
ernsthafter Erkrankungen im Darmtrakt angelegt.
Dazu
zählen:
-
Aussackungen am Dickdarm
-
Unzureichende Schließmuskelfunktion, d.h. Verlust
der Kontrolle über die Stuhlentleerung
-
Tumore
im Bereich des Darms
-
Darmverschluß
-
Darmdurchbruch
-
Darmblutungen
-
Schäden durch Strahlentherapie an anderen Organen
des kleinen Beckens
-
Verletzungen
Macht
eine Erkrankung die Entfernung des Mastdarms und/oder
eines Teils des Dickdarms notwendig, wird der Chirurg
eine Kolostomie
im gesunden
Darmabschnitt anlegen.
Je nach ausgeleitetem
Darmabschnitt wird die Stomaanlage benannt; z.B.
Sigmoidostomie (S-förmiger Abschnitt),
Transversostomie (querverlaufender
Abschnitt) usw.
Eine vorübergehende
Stomaanlage erfolgt in der Regel dann, wenn eine
meist entzündliche Grunderkrankung oder eine zu
schützende Naht ein zeitlich begrenztes Stillegen
des betroffenen Dickdarms nötig
macht.
Ein
Ileostoma, d.h. eine Öffnung am Ende des
Dünndarms, wird in der Regel angelegt, wenn eine
operative Entfernung des Dickdarms erforderlich war.
Dies ist insbesondere bei Erkrankungen mit
chronischem entzündlichem Verlauf der Fall, wie z.
B. bei Colitus ulcerosa oder Morbus Crohn.
Es handelt sich dabei
um Erkrankungen, die durch eine hohe Anzahl von
Durchfällen (bis zu 30 mal am Tag) gekennzeichnet
sind und bei denen eine medikamentöse Behandlung
häufig nicht zum Erfolg führte.
Die damit verbundene
massive körperliche und seelische Belastung des
Patienten sowie vielfach auftretende bedrohliche
Komplikationen machen eine Stomaanlage oft
unumgänglich. Auch wenn durch eine krankhafte
Veränderung des Dickdarms eine normale Stuhlpassage
unmöglich ist, kann eine Ileostomie nötig
werden.
Die Urostomie ist eine künstliche
Harnableitung. Sie wird erforderlich, wenn das
harnableitende System nicht mehr in der Lage ist,
den Harn kontrolliert nach außen abzugeben. Dies ist
der Fall, wenn Harnblase und/oder Harnwege
geschädigt bzw. stillgelegt oder entfernt wurden.