Der Begriff Stoma kommt aus dem Griechischen und heißt nichts anderes als künstlich geschaffene Öffnung. Ein Stoma wird vielfach auch als Anus Praeter oder künstlicher Darmausgang bezeichnet.
 
 
 
Wie wird ein Stoma angelegt?

Es wird ein gesunder Abschnitt des Darms nach außen geleitet und dort mit der Bauchhaut vernäht um so einen Ausgang für die künstliche Körperöffnung zu schaffen.

Das Stoma enthält weder schmerzempfindende Nerven noch willkürlich steuerbare Muskeln. Das Stoma hat die Aufgabe die durch die notwendige Operation verlorengegangene Körperfunktion zu ersetzen.

 

Wann ist ein Stoma nötig?

Eine Stomaanlage ist erforderlich wenn der Darm erkrankt ist und teilweise oder dauerhaft stillgelegt bzw. entfernt werden muß. Die Anlage eines Stomas, sei es vorübergehend oder auf Dauer, ist mit gewissen Abstrichen gegenüber der gewohnten Lebensweise verbunden. Eine Stomaanlage wird wesentlich dazubeitragen Ursachen und Folgen ihrer Erkrankung zu beseitigen. Zugleich bieten die heutigen modernen Versorgungssysteme die Möglichkeit einer zuverlässigen individuellen Versorgung.

 

Wie bereitet man sich auf eine Stomaoperation vor?

Die optimale Vorbereitung auf eine bevorstehende Stomaoperation ist das gemeinsame Gespräch zwischen Arzt, Stomatherapeut und Patient. In diesem Gespräch können sämtliche Vor- und Nachteile einer anstehenden Stomaanlage abgewogen werden. Der Stomatherapeut soll hier Partner und Vertrauter für den Betroffenen sein und ihm möglichst das Gefühl vermitteln nicht alleine mit seinen Problemem zu sein. Oft bestimmt die vorliegende Erkrankung den Entschluß zur Stomaanlage.

Die Anlage eines Stomas bedeutet immer einen tiefen und schweren Einschnitt in die Seele und den Körper.

Es braucht viel Zeit und Geduld und immer wieder neuen Mut, um nach der Operation in die gewohnte Lebensweise zurückzukehren.

Nur halten Sie sich immer wieder vor Augen, daß diese Stomaanlage wesentlich dazubeigetragen hat Ihre Erkrankung zu lindern oder sogar zu beseitigen. Mit Hilfe der modernen Versorgungssysteme und den fachlich kompetenten Ansprechpartnern werden Sie bald wieder in der Lage sein, ein für Sie individuell erfülltes Leben zu führen.

 

Welche Stomaarten gibt es?

Bei einer Stomaanlage wird je nach Lage des Stomas zwischen Kolostoma (Dickdarmausgang) und Ileostoma (Dünndarmausgang) unterschieden.

Ein Kolostoma, das heißt die Ausleitung des Dickdarms, wird außer bei chronischen Entzündungen des Dickdarms auch bei einer Vielzahl anderer ernsthafter Erkrankungen im Darmtrakt angelegt.

Dazu zählen:

  • Aussackungen am Dickdarm

  • Unzureichende Schließmuskelfunktion, d.h. Verlust der Kontrolle über die Stuhlentleerung

  • Tumore im Bereich des Darms

  • Darmverschluß

  • Darmdurchbruch

  • Darmblutungen

  • Schäden durch Strahlentherapie an anderen Organen des kleinen Beckens

  • Verletzungen

Macht eine Erkrankung die Entfernung des Mastdarms und/oder eines Teils des Dickdarms notwendig, wird der Chirurg eine Kolostomie im gesunden Darmabschnitt anlegen.

Je nach ausgeleitetem Darmabschnitt wird die Stomaanlage benannt; z.B. Sigmoidostomie (S-förmiger Abschnitt), Transversostomie (querverlaufender Abschnitt) usw.

Eine vorübergehende Stomaanlage erfolgt in der Regel dann, wenn eine meist entzündliche Grunderkrankung oder eine zu schützende Naht ein zeitlich begrenztes Stillegen des betroffenen Dickdarms nötig macht.

Ein Ileostoma, d.h. eine Öffnung am Ende des Dünndarms, wird in der Regel angelegt, wenn eine operative Entfernung des Dickdarms erforderlich war. Dies ist insbesondere bei Erkrankungen mit chronischem entzündlichem Verlauf der Fall, wie z. B. bei Colitus ulcerosa oder Morbus Crohn.

Es handelt sich dabei um Erkrankungen, die durch eine hohe Anzahl von Durchfällen (bis zu 30 mal am Tag) gekennzeichnet sind und bei denen eine medikamentöse Behandlung häufig nicht zum Erfolg führte.

Die damit verbundene massive körperliche und seelische Belastung des Patienten sowie vielfach auftretende bedrohliche Komplikationen machen eine Stomaanlage oft unumgänglich. Auch wenn durch eine krankhafte Veränderung des Dickdarms eine normale Stuhlpassage unmöglich ist, kann eine Ileostomie nötig werden.

Die Urostomie ist eine künstliche Harnableitung. Sie wird erforderlich, wenn das harnableitende System nicht mehr in der Lage ist, den Harn kontrolliert nach außen abzugeben. Dies ist der Fall, wenn Harnblase und/oder Harnwege geschädigt bzw. stillgelegt oder entfernt wurden.